Beschreibung
ca. 50g Pimpinella anisum Anisifructus(Samen)
Die Anispflanze ist einjährig und wird etwa 25 bis 60 cm hoch. Der Stängel
ist aufrecht und leicht behaart. Die Grundblätter sind herzförmig rundlich und
am Rand eingeschnitten gesägt, die Stängelblätter sind dreizählig bis
fiederteilig. Die kleinen weißen Blüten sind in hüllenlosen, meist
zwölfstrahligen zusammengesetzten Dolden (sogenannte Doppeldolde) angeordnet und
blühen von Juli bis September. Die Früchte, die im August/September geerntet
werden können, sind 3 mm lang, eiförmig und mit grauen Härchen
überzogen.
Anis ist eine lichtliebende Pflanze, die reiche Böden
bevorzugt. Während der Wachstumsperiode muss der Boden gleichmäßig feucht
bleiben. In der Erntezeit wirken sich wechselnde trockene und feuchte Perioden
negativ auf die Erntequalität aus. Die Dolden reifen nicht gleichzeitig, sondern
nacheinander, und auch innerhalb einer Dolde reifen die Samen nur uneinheitlich.
Die Temperatur bestimmt die Dauer der Vegetationsperiode. Anis wird im
August/September geerntet, wenn die Stängel gelb werden.
In der
westlichen Küche wird Anis heute vor allem in Brot und Backwaren verwendet.
Hauptsächlich wird Anis jedoch Spirituosen und Likören beigemischt.Daneben
spielt Anis eine Rolle bei der Herstellung von Süßwaren. In Süddeutschland,
Teilen von Österreich, der Schweiz und Ungarn kennt man mit einem Model geformte
Plätzchen, die Springerle oder Anisbrötchen genannt werden.
Das Aroma
wird von Anethol bestimmt, das mit 90 % der Hauptbestandteil des ätherischen Öls
ist. Pflanzen mit sehr ähnlichem Aroma sind Fenchel (der den Anis in Asien
vollständig ersetzt) und die heutzutage selten verwendete Süßdolde (Myrrhis
odorata).
Anis wird seit langem sowohl in der Küche als auch in der
Duftindustrie verwendet. Ausgrabungen auf Santorin ergaben, dass die Verwendung
von Anis im 16. Jahrhundert v. Chr. allgemein üblich war und die alten Kreter
würzten ihre Weine neben Koriander, Wacholder, Dost auch mit Anis. Schon im 7.
Jahrhundert v. Chr. betrieben Athen und Korinth einen lebhaften Handel mit
Duftölen, in denen auch der Anisduft eine Rolle spielte. Pythagoras von Samos
bezeichnete um 550 v. Chr. mit Anis gewürztes Brot als köstliche Delikatesse.
Bei den Römern hielt der Anis Einzug in die Feinbäckereien; Kuchen, die bei
hohen Festlichkeiten gereicht wurden, waren mit Anis-Früchten gewürzt. So
berichtet Vergil von Aniskeksen. Bei Ausgrabungen im römischen Kolosseum
entdeckte man Anisfrüchte, die die Zuschauer der Gladiatorenkämpfe zwischen den
Sitzreihen verloren hatten.
Das aus den Früchten (Anisi fructus) durch
Destillation gewonnene Anisöl wird aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung als
Hustenmittel verwendet. Es wirkt aber auch antibakteriell und gegen Krämpfe und
Blähungen.
Anis galt in vielen ländlichen Gebieten als Aphrodisiakum. Im
Herbst, wenn man sich nach der Feldarbeit wieder häuslichen Pflichten zuwandte,
bereiteten die Frauen und Mädchen ihren Männern anishaltige Getränke. Am 30.
November (Andreastag) sollte er besonders zauberkräftig sein. In Böhmen hieß
dieser Tag Anischtag.
Quelle: Wikipedia
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